Tiere - Taube - Ochs und Esel - Schlange - Pelikan

 
Tierisch kristlich
 
Bonn ‐ Tiere gibt es wohl in jedem Gotteshaus: etwa in Fenstergläsern oder als Statuen neben Heiligenfiguren. Katholisch.de erklärt, woher diese Tradition kommt und was es mit den Tieren auf sich hat.
 
Man muss schon genau hinsehen, damit man sie erkennt. Denn die Hunde, die Künstler über Jahrhunderte in Kirchen verewigt haben, sind selten die Hauptperson. Vielmehr zieren sie als Beiwerk die biblischen Geschichten oder Heiligenlegenden, die auf Altarbildern, in Glasfenstern oder auf dem Gemäuer erzählt werden.
 
 
 
Taube
 
 
 
 
 
Ursprünge der Taubensymbolik
Schon seit alters her hatte die Taube eine symbolische Bedeutung. So stand sie in der Antike sinnbildhaft für Sanftmut, Einfalt und Unschuld. Man nahm damals an, dass die Taube keine Galle besitze und darum von allem Bösen und Bitteren frei sei. Zudem galt die Taube im alten Indien und bei einigen germanischen Stämmen als Seelenvogel.
 
 
 
Esel und Ochs bei der Krippe
 
Fribourg ‐ Im Lukasevangelium kommen sie gar nicht vor. Dennoch sind Ochs und Esel seit frühchristlicher Zeit fester Bestandteil der Geburtsgeschichte Jesu. Warum das so ist, erklärt der Kapuziner Anton Rozetter im Interview mit katholisch.de.
 
Frage: Herr Rotzetter, was machen Ochse und Esel eigentlich an der Krippe?
Rotzetter: Ochse und Esel bezeugen im Sinne des Alten Testamente die Gottesgegenwart in Jesus von Nazareth. Im Lukasevangelium kommen diese Tiere gar nicht vor, sie werden erst im 3. oder 4. Jahrhundert in die Weihnachtsgeschichte eingeführt – und zwar auf Sarkophagen. Dort haben Ochse und Esel eine bedeutungsvollere Position als selbst Maria und Josef. Die Tiere stehen direkt hinter der Krippe, Maria und Josef am Rand. ...
 
 
 
Ein Esel kommt auch im Palmsonntagsevangelium vor. Hören wir im Video warum.
 
 
Schlange
 
Trier ‐ Beim Stichwort "Bibel und Schlange" fällt den meisten Menschen die Paradiesgeschichte ein. Doch auch im Neuen Testament findet sich eine Fülle von Erwähnungen dieses geheimnisvollen Reptils bis hin zur Empfehlung Jesu, "klug wie die Schlangen" zu handeln. Ein Überblick.

Eine Schlange dürfte sehr entsetzt sein über das, was im Neuen Testament über sie geschrieben steht. Sie hat keinen guten Ruf. Sie muss zum Vergleich für alles Mögliche herhalten, nur nichts Gutes. So symbolisiert die Schlange Hinterlist und Bosheit, Grässlichkeit und Todesgefahr. Sie schlängelt sich – von Schrift zu Schrift – durch den gesamten Kanon. Am Ende der Bibel steht sie als der leibhaftige diabolische Gegenspieler Gott selbst gegenüber. Sie wird vernichtet. Ihr Untergang illustriert die Hoffnung auf eine jenseitige, von allen bösen Mächten befreite neue Schöpfung.
 
 
 
Pelikan
 
Ikonographie

Als Symbol für Jesus Christus sind Pelikane auch Teil der christlichen Ikonographie.[17] Nach dem Physiologus, einem frühchristlichen Tierkompendium, öffnet sich der Pelikan mit dem Schnabel die eigene Brust, lässt sein Blut auf seine toten Jungen tropfen und holt sie so wieder ins Leben zurück. Dies wurde allegorisch in Bezug zum Opfertod Jesu Christi gesetzt, wodurch der Pelikan zu einem in der christlichen Ikonographie häufig verwendeten Motiv wurde. Als Symbol für Christus und die Eucharistie bzw. als „Symbol der sich selbst verschenkenden Liebe“[18] findet er sich oft auch auf Vasa sacra wie dem Kelch, dem Ziborium, an Altären und Tabernakeln.
Die Grundlage für diese Vorstellung liefert möglicherweise die Tatsache, dass sich die Jungen des Pelikans ihr Futter tief aus dem Kehlsack der Eltern holen, was den Eindruck erweckt, sie würden sich an deren Brustfleisch nähren. Außerdem färbt sich beim Krauskopfpelikan während der Brutzeit der Kehlsack rot und erinnert an eine blutige Wunde.
Ikonographische Darstellungen des Vogels unterscheiden sich in der ursprünglichen Darstellungsform durch geringere Größe, einen kürzeren, spitzen Schnabel sowie die Farbe des Gefieders (gelb, manchmal grün im Gegensatz zu weiß bzw. braun) vom Pelikan in der Natur.