Pfarr- u. Schwesternhaus, Gemeindehaus, Kapelle u. Friedhof Plittersdorf

 
Quelle

Alle Texte sind Auszüge aus der Jubiläumsschrift von 1980 anläßlich des 200. Jahrestages der Erhebung der kirchlichen Gemeinde Plittersdorf zur selbständigen Pfarrei.

Mit freundlicher  Unterstützung von Friedrich Oberle, Plittersdorf.

 
Pfarrhaus Plittersdorf

 

Im Jahre 1779 erfolgte die Erklärung der Gemeinde über die Baupflicht eines Pfarrhauses. Vermutlich wurde das Pfarrhaus schon im Jahre 1780 erstellt, da der erste Pfarrer bereits Ende 1780 seinen Dienst in der Pfarrei aufnahm. Als das Pfarrhaus im Jahre 1817 vom Hochwasser umspült wurde, musste es abgetragen werden. Die Neuerrichtung erfolgt im Jahre 1818 in der Lammstrasse 26.     

(Rechts das  Pfarrhaus vor dem Abbruch 1976)

 

Im Jahre 1880 fasste die Gemeinde den Beschluss zum Neubau eines Pfarrhauses, da das alte Gebäude den Anforderungen eines Pfarrhauses nicht mehr entsprach.

Der Neubau erfolgt in den Jahren 1902/1903 neben der Pfarrkirche mit einem Kostenaufwand von 26.000 DM.

Erst im Jahre 1921 war die Versorgung mit elektrischem Strom Wirklichkeit geworden.

In den Kriegsjahren 1939/45 wurde das Haus von Granaten getroffen, wobei Dach und Fenster großen Schaden litten. Granatsplitter konnten sogar noch bei der gründlichen Außen- und Innenrenovation im Jahre 1974/75 gefunden werden.

 

Das alte Pfarrhaus in der Lammstrasse wurde im Jahre 1906 versteigert und fiel 1976 der Spitzhacke zum Opfer. Aus Kostengründen scheiterte eine umfassende Renovierung des Fachwerkhauses.

Dank des außerordentlich großen Einsatzes freiwilliger Helfer unter der Regie des tatkräftigen Pfarrgemeinderates konnten die Renovierungsarbeiten im jetzigen Pfarrhaus Anfang 1975 - schneller als erwartet - abgeschlossen werden. Dabei wurden in fast allen Räumen die sehr hohen Decken abgehängt, die sanitären Anlagen total erneuert, eine Warmwasserheizung eingebaut und im Dachgeschoß ein zweites Zimmer mit Dusche und Toilette ausgebaut. Die Erstellung der Doppelgarage erfolgte ebenfalls im Jahre 1975, nachdem unter großem Einsatz vieler freiwilliger Helfer - allen voran die AH-Mannschaft des Sportvereins Plittersdorf - auch die Außenanlage mit dem Pfarrgarten in einen ordentlichen Zustand begracht worden war.

Interessant ist sicher die Tatsache, dass die Mitglieder der damaligen AH-Mannschaft in Pfarrers Garten Kartoffeln pflanzten, deren Erlös der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt wurde.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

 
Schwesternhaus - Schwesternstation - Krankenpflegestation gehören der Vergangenheit an
 
Das von der Gemeinde Plittersdorf an der Fährstrasse 46 (beim Schulhaus) im jahre 1973 abgerissene ehemalige Schwesternhaus war im Jahre 1900 erbaut worden. Am 1. Mai 1909 hatte die Gemeinde das Haus den barmherzigen Schwestern vom Hl. Kreuz in Hegne vertraglich als Schwesternstation zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wurde eine Nähschule eingerichtet, die sich bis 1937 im Haus befand und guten Zuspruch hatte.
1937 entstand an der Tullastrasse 2 das damalige Schwesternhaus, in dem anfänglich der Nähschulbetrieb weitergeführt wurde.
 
In den Kellerräumen dieses Hauses konnte die Plittersdorfer Bevölkerung in der schlechten Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg die Wannenbäder benutzen, bis allmählich zu Hause Bäder eingerichtet wurden. Im Herbst 1974 wurde in Eigenarbeit unter Leitung des damaligen Ortsvorstehers W. Köppel der Erweiterungsbau vor der Küche fertiggestellt.
Danach wohnten im Schwesternhaus noch zwei Schwestern. 
 
Das Haus wurde später verkauft, die Immobilie ist somit nicht mehr im Besitz der Kirche.
 
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Ab 1. Januar 1978 trat unsere Pfarrgemeinde der Krankenpflegestation St. Elisabeth e.V. Rastatt bei. Die hiesige Krankenschwester verrichtete ihren Dienst seither unter deren Leitung weiter.
Die Sozialstation, der alle Rastatter Pfarreien angehörten, war dem Caritasverband angeschlossen. Sie diente der Pflege kranker und gebrechlicher Menschen im häuslichen Bereich, der Gesundheitsförderung, sowie der Familienhilfe im Raum Rastatt. Die Hilfe des Vereins wurde allen Menschen ohne Rücksicht auf Stand, Rasse, Religion und Weltanschauung gewährt.
Seit Jahren besaß die Pfarrgemeinde einen örtlichen Krankenpflegeverein, dessen Mitglieder einen Jahresbeitrag von 30 DM leisteten und dafür im Krankheitsfall durch unsere Krankenschwester bzw. durch Schwestern der Sozialstation die nötige Hauskrankenpflege erhielten. Der Krankenpflegeverein Plittersdorf hatte am Ende ca. 450 Mitglieder. 
 
Der Krankenverein besteht nicht mehr.
 
 
Gemeindehaus Plittersdorf
 
Unserer Pfarrei stand bisher nur ein größerer Gruppenraum des früheren alten Kindergartens zur Verfügung. Dieser diente dem Kinder- und Kirchenchor sowie einer Akkordeon- und Flötengruppe als Proberaum. Auch die Sitzungen des Pfarrgemeinderates und andere pfarrliche Veranstaltungen fanden hier statt. Die Durchführung von Jugendarbeit ist u.a. an der Unzulänglichkeit der vorhandenen Räume gescheitert. Größere pfarrliche Versammlungen mussten in Nebenräumen hiesiger Gaststätten abgehalten werden.
Pfarrer und Pfarrgemeinderat haben sich deshalb 1979 entschlossen, im Pfarrgarten ein Gemeindehaus zu bauen. Hiermit sollen vor allem die äußeren Voraussetzungen für eine fruchtbare Bildungs-, Jugend- und Altenarbeit geschaffen werden. Die Notwendigkeit von kirchlichen Gemeindehäusern hat unser Erzbischof, Dr. Oskar Saier, bei der Einweihung des Pfarr- und Dekanatszentrums St. Stephan in Karlsruhe als "unentbehrlich für den Aufbau lebendiger Gemeinde" bezeichnet. Der Neubau unseres Gemeindehauses wurde vom Erzbischöflichen Ordinariat in Freiburg mit Schreiben vom 6. November 1979 genehmigt.
 
Im Erdgeschoß ist ein Saal (152 qm) mit Bühne und ein Proberaum (66 qm) vorgesehen. Im Kellergeschoß entstehen drei Jugendräume mit insgesamt 144 qm. Diese erhalten einen separaten Eingang, eine Toilettenanlage und die erforderlichen Nebenräume. Im Anschlusss an die Jugendräume wird eine Terrasse angelegt, die für Spiele im Freien vorgesehen ist und ebenerdig erreicht werden kann. Neben dem beabsichtigten Einbau von zunächst einer Kegelbahn soll im Kellergeschoß noch ein Raum von 52,7 qm als Altenbegegnungsstätte ausgebaut und entsprechned eingerichtet werden.  Dabei ist uns bewusst, dass sich Altenbegegnung nicht nur im Angebot von Fahrten und größeren Veranstaltungen ereignen soll, sondern auch im Altentreff im kleineren Kreis.
 
Das neue Gemeindehaus soll mit all seinen Einrichtungen allen Pfarrangehörigen Gelegenheit bieten, im Kreis von Altersgenossen Freude, Abwechslung und vielseitige Kontakte zu erleben.
 
Die Bauarbeiten begannen im Mai 1980. Die Grundsteinlegung war am 20. Juli 1980. Die Fertigstellung des Gesamtgebäudes war bis Mitte 1981 geplant.
 
Marienkapelle Plittersdorf

 

In den schlimmen Kriegsjahren um 1945 reift der Gedanke, im Unterdorf an der jetzigen Bühlstrasse für gelegentliche Gottesdienste eine Kapelle zu bauen. So gelobte die Pfarrgemeinde, nach dem Krieg zu Ehren der Gottesmutter eine Kapelle zu errichten, wenn sie vor allzu großem Schaden bewahrt bliebe und das Dorf nicht verlassen müsse.

 

1964 wurde nach dem Plan des hiesigen Architekten Reinhard Müller mit dem Bau der gelobten Marienkapelle begonnen. Sie hat 120 Sitzplätze, wird regelmäßig zu Gottesdiensten benutzt und steht seit Jahren auch der evangelischen Diasporagemeinde zur Verfügung.

Im Mai wird die Marienkapelle gerne für Maiandachten genutzt.