Das Symbol des Kreuzes -- Herkunft – Verbreitung – Bedeutung
Ursprung
Eines der ältesten und zugleich wichtigsten Symbole der Menschheit ist das Kreuz. Anhand von archäologischen Funden ist bekannt, dass das Kreuz schon bei den Menschen in der Steinzeit als Zeichen für eine Art »Weltformel« Verwendung fand.
In fast allen Kulturen kommt das Symbol des Kreuzes in verschiedensten Variationen und Ausfaltungen vor, sei es als Ankh-Kreuz (Symbol der Unsterblichkeit) bei den alten Ägyptern oder als keltisches Kreuz bei dem gleichnamigen Volksstamm. ...
♦ ♦ ♦
Über ein vielseitiges Symbol
Das Kreuz: ein Zeichen der Provokation – und so vieles mehr
Jerusalem ‐ Am Kreuz in ihrem Zimmer läuft Schwester Gabriela oft achtlos vorbei. Und doch ist es zum Kostbarsten in diesem Raum geworden. Es steht für Hoffnung – ist aber ursprünglich ein Hinrichtungsinstrument. Kann so ein Kreuz schön sein?
In meinem Zimmer habe ich ein Kreuz. Es steht in Augenhöhe auf einem Regal, angelehnt an die Wand. Mehrmals am Tag gehe ich achtlos daran vorbei, viel zu selten schaue ich es ganz bewusst an; mal bittend, mal hoffend, mal verzweifelt, mal dankbar, mal überglücklich. Es ist ein schillerndes Kreuz, etwa 20 cm hoch, gestaltet mit Mosaiksteinen aus Baumaterial in Braun- und Goldtönen. Ich habe es von jemandem geschenkt bekommen, der es beim Aufräumen gefunden hatte und es nicht einfach wegwerfen wollte.
♦ ♦ ♦
Ein schweres Stück Holz zu verleihen
Jeder hat sein Kreuz zu tragen: Wie wir Trost finden können
Jerusalem ‐ Den Leidensweg Jesu nachgehen: Das tut man bei Kreuzwegen. Manchmal beschweren wir uns, welche Lasten wir zu tragen haben. Schwester Gabriela Zinkl beschriebt ihre Beobachtungen aus Jerusalem – und sieht Möglichkeiten, Trost zu finden.
So langsam laufen die Geschäfte wieder an bei Mazen Kanaan, dem Kreuz-Verleiher in Jerusalem. Kreuz-Verleiher? Ja, man kann ihn tatsächlich so nennen. Schon sein Großvater hat in der Jerusalemer Altstadt kleine und große Holzkreuze zum Ausleihen gegen eine freiwillige Spende angeboten. Mazen führt das bis heute fort, auch wenn in der Zeit der Pandemie fast keine Gäste ins Heilige Land einreisen konnten und die Nachfrage nach seinen Kreuzen gleich null war. Doch jetzt in der Fastenzeit und vor den Kar- und Ostertagen steigt das Interesse daran wieder, die Grenzen sind offen, erste Gästegruppen trauen sich wieder ins Heilige Land. Mazen hält für sie fast 100 Kreuze bereit, die man für eine halbe Stunde oder länger ausleihen kann; sie sind zwischen ein bis drei Meter hoch, meistens gefertigt aus Orangenbaumholz, einige wenige von Olivenbäumen. ...
♦ ♦ ♦
Das Kreuzzeichen: Segen und Tauferinnerung
Vermutlich gehört nichts so sehr zum Leben eines Katholiken wie das Kreuzzeichen. Am Anfang und Ende jedes Gottesdienstes bekreuzigen wir uns, viele tun es am Anfang und am Ende jedes Tages, jedes Gebet beginnt so und auch, wenn wir im Urlaub eine Kirche nur besichtigen, tauchen wir zunächst den Finger ins Weihwasserbecken und bekreuzigen uns.
Das, was uns so selbstverständlich von der Hand geht, ist ganz so selbstverständlich nicht. Weder Petrus noch Paulus haben sich bekreuzigt, an keiner einzigen Stelle des Neuen Testaments ist diese Geste bezeugt. Nur die Worte, die wir heute dabei sprechen, die stammen aus dem Munde Jesu, jedenfalls bei Matthäus: „Geht, und tauft alle Völker auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
Die Worte sind also ursprünglich die Taufformel; das Taufzeichen ist das Übergießen mit Wasser, nicht das Kreuz. Das Kreuz, davon geben die neutestamentlichen Briefe Zeugnis, war zunächst das Schandmal; erst nach und nach wurde es als Siegeszeichen umgedeutet.
Das, was uns so selbstverständlich von der Hand geht, ist ganz so selbstverständlich nicht. Weder Petrus noch Paulus haben sich bekreuzigt, an keiner einzigen Stelle des Neuen Testaments ist diese Geste bezeugt. Nur die Worte, die wir heute dabei sprechen, die stammen aus dem Munde Jesu, jedenfalls bei Matthäus: „Geht, und tauft alle Völker auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
Die Worte sind also ursprünglich die Taufformel; das Taufzeichen ist das Übergießen mit Wasser, nicht das Kreuz. Das Kreuz, davon geben die neutestamentlichen Briefe Zeugnis, war zunächst das Schandmal; erst nach und nach wurde es als Siegeszeichen umgedeutet.










