Palmsonntag

 
Palmsonntag
 
Der Palmsonntag (lateinisch Dominica in Palmis de passione Domini für die römisch-katholische Kirche; Palmarum für die evangelische Kirche) ist der sechste und letzte Sonntag der Fastenzeit und der Sonntag vor Ostern. Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, die in der evangelisch-lutherischen Kirche auch Stille Woche genannt wird. Die Große Woche bzw. Heilige Woche der katholischen und der orthodoxen Tradition umfasst darüber hinaus auch Ostern. 
 
Am Palmsonntag wird des Einzugs Jesu Christi in Jerusalem gedacht. Zum Zeichen seines Königtums jubelte das Volk ihm zu und streute dem nach Jerusalem Kommenden Palmzweige (Joh 12,13–15 EU, Mt 21,1–11 EU, Mk 11,1–11 EU). Palmen wurden vielerorten als heilige Bäume verehrt, waren etwa in Delos dem Apollon heilig. Im Mittelmeerraum galten sie von alters her als Sinnbild des Lebens und des Sieges, in Israel insbesondere auch das Symbol für die Unabhängigkeit und den siegreichen König (1 Makk 13,51 EU; 2 Makk 14,4 EU). Das Motiv des Königs, der auf einem Esel reitend kommt, findet sich als Sinnbild des gewaltlosen Friedenskönigs und der Demut beim biblischen Propheten Sacharja (Sach 9,9 EU). Joseph Ratzinger deutete den Einzug Jesu auf dem Reittier der Armen als Gegenbild zu den Kriegswagen, die er abschafft: Jesus ist „ein armer König, einer, der nicht durch politische und militärische Macht herrscht. Sein innerstes Wesen ist Demut, Sanftmut Gott und den Menschen gegenüber“.
Als „Friedenskönig“ steht er im Gegensatz zu den Königen der Welt.
Der Ursprung der christlichen Palmsonntagsfeier geht wohl auf die Liturgie von Jerusalem zurück, wo man die einzelnen Ereignisse des Leidensweges Jesu in eigenen Feiern und Riten nachbildete. In der lateinischen Kirche war die liturgische Feier von Palmweihe und Palmprozession am Palmsonntag seit der zweiten Hälfte des 9.  Jahrhunderts allgemein üblich.
 
Die Palmweihe gehörte früher, bevor sie in vielen Gegenden auf den Palmsonntag verlegt wurde, zu den heidnischen Ostergebräuchen. Die geweihten Zweige sollten nicht nur das Haus bis zur nächsten Erneuerung vor Blitz und Feuersgefahr schützen, sondern sie wurden auch mit den Schalen der Ostereier und den Kohlen der Osterfeuer in den Ecken der Felder eingesteckt oder vergraben, um diese fruchtbar zu machen.
 
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Palmsonntag - Beginn der Karwoche
Was geschah an Palmsonntag und woher hat er seinen Namen? Lesen Sie hier alles Wissenswerte über den Beginn der Karwoche.
 
 
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Bonn ‐ Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. Wohl an keinem anderen Tag im Kirchenjahr liegen Freude und Leid so nah beieinander wie hier. Katholisch.de erklärt Liturgie und Brauchtum am Palmsonntag.
 
Der Palmsonntag trägt den Anfang und das Ende in sich. Beim triumphalen Einzug in Jerusalem wird Jesus gefeiert wie ein König. Ein wundertätiger, friedlicher Herrscher, dessen weiteres Schicksal aber schon besiegelt ist – die Karwoche und damit die Tage des Leidens und Sterbens Jesu stehen bevor. Doch dieser König der Juden, der auf einem Esel in die Stadt geritten kommt, stellt sich dieser unvorstellbaren Aufgabe. Der Evangelist Matthäus (21,7-11) beschreibt, wie die Jünger Jesus eine Eselin brachten und ihn daraufsetzten. "Sehr viele aus der Volksmenge aber breiteten ihre Kleider auf den Weg, andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg", schreibt Matthäus begeistert. Die Volksscharen aber, die ihm vorausgingen und die ihm folgten, riefen:
 
 
 
Wie baue ich einen Palmen ? - Was kommt alles in einen Palmbusch?
Die Bestandteile für die Palmbuschen sind regional etwas unterschiedlich, im Flachgau finden dazu bis zu 10 verschiedene Materalien Verwendung. Es sind dies: Haselnussstrauch, Stechpalme, Eibe, Wintergrün (Efeu), Kranewitt (Wacholder), Weidenpalmkätzchen, Seben, Zeder, Eichenlaub.
 
Was macht man mit dem Palmzweig vom Vorjahr?
Der Palmbusch wird traditionell am Aschermittwoch verbrannt und die Asche dann für das Aschenkreuz verwendet.
Wer seinen Palmbuschen nicht in die Kirche bringen kann, verbrennt ihn daheim oder vergräbt ihn im Garten.