Wenn Ende des Sommers die Ernte eingebracht wird, alles unter "Dach und Fach" ist, sind die Bauern glücklich. Jetzt ist das Futter für den Winter für ihr Vieh gesichert. Ob es das Heu, das Getreide oder auch das Gemüse ist, das ist gleich. Auch die Kleinbauern und die, die einen Garten bepflanzen sind froh um den Ertrag den ihnen die Natur schenkt. Die Naturverbundenheit ist dadurch sehr stark.
In diese Zeit fällt automatisch das Erntedankfest. Es ist in der Regel immer am ersten Sonntag im Oktober.
Die Pfarrgemeinden können den Festtag aber auch individuell legen. Die katholische deutsche Bischofskonferenz legte 1972 den Termin fest, dies sei aber nur eine Empfehlung. Vorher wurde die Terminierung des Dankfestes von dem Stand der Erntezeit abhängig gemacht. Möglich war es auch, dass es von der ev. Kirche auf den Michaelistag, gelegt wurde .
Das Erntedankfest ist kein gesetzlicher Feiertag und hat auch keinen Bezug zur biblischen Geschichte.
Seit einigen Jahren betreiben die Menschen nur noch wenig Feierabendlandwirtschaft. Durch die immer größer werdende Berufstätigkeit verlieren viele auch den Bezug zur Natur, so auch zum Ernten. Im Supermarkt kauft man sich das ganze Jahr über günstig was auf den Tisch kommen soll. Der Feierabend wird nicht mehr zum bepflanzen des Gartens genutzt.
Das Erntedankfest ist älter als das Christentum selbst. Schon im Römischen
Reich, im antiken Griechenland und in Israel gab es ähnliche Feste zur Erntezeit. Die christliche Religion hat das Fest auch aufgenommen, es soll die Menschen daran erinnern, Gott für seine Gaben zu danken. Die Bräuche zum Fest sind regional sehr unterschiedlich, der Gedanke ist aber immer derselbe.
Es ist ein sehr unterschiedlich gefeiertes Fest. Alles hängt von den einzelnen Gemeinden ab. Auch regionale Unterschiede gibt es.
Auf dem Land ist noch eine größere Tradition vorhanden. Hier werden Strohpuppen auf den Feldern verbrannt oder auch Jahrmärkte veranstaltet. Manche Gemeinden haben auch Festzüge, die die Erntezeit feiern. Oft wird auch daran erinnert, dass viele Menschen weltweit Hunger leiden und es werden dafür Spenden gesammelt.
Hauptsächlich wird beim Gottesdienst an Erntedank die Kirche und der Altar besonders schön geschmückt. Es werden Füchte, Getreide, Obst, Gemüse und meist auch ein großer Laib Brot dekorativ dargeboten. Dazu können auch noch weiter Gaben und Spenden gelegt werden. Die Erntegaben werden nach dem Fest an Bedürftige oder an Tafelläden gespendet.
Das wird auch in unseren Pfarrgemeinden oft praktiziert.