Erntedank

 
Erntedank
 
Das Erntedankfest allgemein ist ein kulturell verankerter Ritus, der hier unter dem Schlagwort Erntegebet ausführlicher behandelt wird. Auch im säkularen Bereich finden sich bis in die Gegenwart deutliche Bezüge zu dieser religiösen Tradition.
 
Bei der Feier, die meist in einer Kirche, aber regional auch als Prozession veranstaltet wird, werden Feldfrüchte, Getreide und Obst dekorativ aufgestellt. Dazu kommen auch andere als Gaben bezeichnete Produkte von besonderer Naturnähe, wie Mehl, Honig oder Wein.
 
In manchen Orten gibt es eine aus Getreide oder Weinreben geflochtene „Erntekrone“ in der Kirche oder sie wird in einer Prozession durch das Gemeindegebiet getragen. In ländlichen volkskirchlichen Gemeinden kommen zu den Gottesdiensten zahlreiche Gemeindemitglieder zusammen. Mit dem Erntedankfest soll in Dankbarkeit an den Ertrag in Landwirtschaft und Gärten erinnert werden – und auch daran, dass es nicht allein in der Hand des Menschen liegt, über ausreichend Nahrung zu verfügen. Die Erntegaben werden nach dem Fest zuweilen an Bedürftige in der Gemeinde, in Obdachlosenheimen oder an karitative Einrichtungen verteilt.
Erntedank feiert man auch in anderen Kulturkreisen, wobei sich in Süd- und Ostasien die Tradition großer Volksfeste entwickelt hat, etwa das tamilische Pongal oder das japanische Matsuri. In vielen Regionen gibt es auch im Frühjahr und Sommer Feste, Riten und Gebete für eine gute Ernte oder günstiges Wetter.
 
Erntegebet
Zeremonien des Erntegebets sind von Asien über Europa bis Amerika verbreitet. Ursprünglich ist das Erntegebet die an Gott oder eine spezifische Natur-, Landwirtschafts- bzw. Fruchtbarkeitsgottheit gerichtete Bitte um eine gute Ernte, die in bäuerlichen Gesellschaften vor allem im Frühjahr gebräuchlich war. Sie ist es vielfach bis heute, wofür es eigene Festtage oder -Wochen gibt. In Europa sind das einerseits die Bitttage, die Rogate (Sonntage der Osterzeit) und regionale Bräuche, andererseits die Erntedankfeste.


Wettersegen
Der Wettersegen ist ein alter Brauch in der katholischen Kirche, mit dem die Gläubigen in der Liturgie Gott um gutes, das heißt, gedeihliches Wetter für die Ernte und um die Verschonung vor Unwettern und Katastrophen bitten. Die Geschichte des Wettersegens lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen.
 
 
 
Wann - Warum - Wie
 
Wenn Ende des Sommers die Ernte eingebracht wird, alles unter "Dach und Fach" ist, sind die Bauern glücklich. Jetzt ist das Futter für den Winter für ihr Vieh gesichert. Ob es das Heu, das Getreide oder auch das Gemüse ist, das ist gleich. Auch die Kleinbauern und die, die einen Garten bepflanzen sind froh um den Ertrag den ihnen die Natur schenkt. Die Naturverbundenheit ist dadurch sehr stark.
In diese Zeit fällt automatisch das Erntedankfest. Es  ist in der Regel immer am  ersten Sonntag im Oktober.

Die Pfarrgemeinden können den Festtag aber auch individuell legen. Die katholische deutsche Bischofskonferenz legte 1972 den Termin fest, dies sei aber nur eine Empfehlung. Vorher wurde die Terminierung des Dankfestes von dem Stand der Erntezeit abhängig gemacht. Möglich war es auch, dass es von der ev. Kirche auf den Michaelistag, gelegt wurde  .

Das Erntedankfest ist kein gesetzlicher Feiertag und hat auch keinen Bezug zur biblischen Geschichte.

Seit einigen Jahren betreiben die Menschen nur noch wenig Feierabendlandwirtschaft. Durch die immer größer werdende Berufstätigkeit verlieren viele auch den Bezug zur Natur, so auch zum Ernten. Im Supermarkt kauft man sich das ganze Jahr über günstig was auf den Tisch kommen soll. Der Feierabend wird nicht mehr zum bepflanzen des Gartens genutzt.

Das Erntedankfest ist älter als das Christentum selbst. Schon im Römischen

Reich, im antiken Griechenland und in Israel gab es ähnliche Feste zur Erntezeit. Die christliche Religion hat das Fest auch aufgenommen, es soll die Menschen daran erinnern, Gott für seine Gaben zu danken. Die Bräuche zum Fest sind regional sehr unterschiedlich, der Gedanke ist aber immer derselbe.

Es ist ein sehr unterschiedlich gefeiertes Fest. Alles hängt von den einzelnen Gemeinden ab. Auch regionale Unterschiede gibt es.

 

Auf dem Land ist noch eine größere  Tradition vorhanden. Hier werden Strohpuppen auf den Feldern verbrannt oder auch Jahrmärkte  veranstaltet. Manche Gemeinden haben auch Festzüge, die die Erntezeit feiern. Oft wird auch daran erinnert, dass viele Menschen weltweit Hunger leiden und es werden dafür Spenden gesammelt.

Hauptsächlich wird beim Gottesdienst an Erntedank  die Kirche und der Altar besonders schön geschmückt. Es werden Füchte, Getreide, Obst, Gemüse und meist auch ein großer Laib Brot dekorativ dargeboten. Dazu können auch noch weiter Gaben und Spenden gelegt werden. Die Erntegaben werden nach dem Fest an Bedürftige oder an Tafelläden gespendet.

Das wird auch in unseren Pfarrgemeinden oft  praktiziert.

 
Lied von Matthias Claudius

„Am Anfang war’s auf Erden noch finster, wüst und leer;
und sollt was sein und werden, mußt es woanders her.
So ist es zugegangen im Anfang, als Gott sprach;
und wie es angefangen, so geht’s noch diesen Tag.
 
 
Refrain:
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm dankt, drum dankt ihm dankt
und hofft auf ihn.
 
 
Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf

Refrain
 
 
Fortsetzung
 
Er sendet Tau und Regen und Sonn und Mondenschein
und wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot
es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.

Refrain
 
Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne, das Sandkorn und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter und Korn und Obst von ihm
das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm.

Refrain
 
Er läßt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf;
er läßt die Winde wehen und tut die Wolken auf.
Er schenkt uns soviel Freude, er macht uns frisch und rot;
er gibt den Kühen Weide und seinen Kindern Brot.
 
Refrain“