Heiliger Martin - 11. November

 
Auf den Spuren von St. Martin - 11. November
Jedes Kind weiß was es mit dem Hlg. St. Martin auf sich hat:           - Mantelteilung und Laternenumzug -
 
"Hauptsächlich die Legende von der Mantelteilung des Soldaten Martin mit einem Bettler wurde nach dem Ersten Weltkrieg vor allem im Rheinland zum Motiv katechetisch-erzieherischen Bemühens. In Paderborn konstituierte sich in den 1950er-Jahren ein „Martinskomitee“ zur Organisation des beobachteten spontanen Treibens von Kindern in der Stadt mit den satzungsgemäßen Zielen der „Förderung von karitativem Handeln und Denken und Erziehung der Kinder zur Nächstenliebe, Vermittlung von Anregungen zum Basteln von Fackeln, Lampen und Laternen“. Aus dem Heischegang wird eine vorbereitete Bescherung nach dem Martinszug." (Wikipedia)
 
 
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Der Bettler, Tagore

Der Bettler


Als Bettler verkleidet war er von Haus zu Haus gegangen, er der große Maharadscha.

Da traf er einen Mann am Weg, der einen schweren Sack mit Weizen auf seinen Schultern trug, und er streckte ihm die bittenden Hände entgegen.
Der Mann stellte den Sack ab, griff mit zwei spitzen Fingern hinein und gab dem Bettler ein Weizenkorn.
Daheim angekommen schüttete er den Weizen aus und fand ein Korn unter ihnen, das funkelte wie Gold. Und es war aus Gold, aus reinem Gold.
Da erinnerte er sich an die Begegnung mit dem Fremden und an seinen Geiz, ihm nur ein einziges Körnlein geschenkt zu haben.
Er begann zu zittern. Er weinte:
WARUM HATTE ICH NICHT DAS HERZ GEHABT ALLES HINZUGEBEN?
 

Rabindranath Tagore, 1861-1941
 
Rabindranath Tagore bzw. Rabindranath Thakur 
7. Mai 1861 in Kalkutta; † 7. August 1941 ebenda) war ein bengalischer Philosoph, Dichter, Maler, Komponist, Musiker und Brahmo-Samaj-Anhänger in Indien. Tagore erhielt 1913 den Nobelpreis für Literatur und war damit der erste asiatische Nobelpreisträger. 
 
 
Die Vorlesegeschichte " Teilen verbindet "
DIE VORLESEGESCHICHTE

Es war ein kalter Novembertag. Draußen pfiff der Wind um die Fenster und drinnen war Laura seit einer halben Stunde so laut an ihrem Kleiderschrank zugange, dass ihr kleiner Bruder Linus sich einfach nicht auf sein Puzzle konzentrieren konnte. Linus stand auf und ging in Lauras Kinderzimmer. „Was machst du denn für einen Krach?“, fragte er seine Schwester.
Laura stand in einem Berg von Klamotten. „Ich kann mich einfach nicht entscheiden“, rief sie und ließ sich aufs Bett fallen. „Ich hab sooo viel Krams!“
„Na und?“, wunderte sich Linus.
„Im Ernst. Ich bin auf der Suche nach einem richtig tollen Stück, das ich nachher zum Martinsfest mitnehmen kann. Für Meins wird Deins.“
„Was wird meins?“, wunderte sich Linus.
„Nicht deins“, sagte Laura.
„Aber du hast gesagt, deins wird meins.“
„Nein, ich hab nicht ... Oh, doch, ich hab.“ Die beiden sahen sich kurz an, dann mussten sie laut lachen. „Also Meins wird Deins ist eine Aktion, bei der wir als Schule mitmachen“, erklärte Laura. „Dafür suchen alle zuhause ein richtig gut erhaltenes Kleidungsstück aus, das sie teilen möchten. Die Klamotten schicken wir gesammelt mit der Post los. Dann wird alles weiterverkauft. Und mit dem Geld werden Kinder unterstützt, die Hilfe brauchen.“
Linus sah auf seine Socken. Einer hatte am großen Zeh ein beeindruckendes Loch. „Na, die will bestimmt keiner haben!“, lachte Laura, und griff nach ihrer dunkelgrünen Sommerjacke. „Hier, die hab ich total gern angehabt. Aber nur diesen Sommer. Jetzt passt sie mir schon nicht mehr richtig. Ist aber wie neu. So was brauchen wir für Meins wird Deins!“
„Ah, okay. Und das Klamottensammeln geht nur heute?“, fragte Linus.
„Nein, aber unsere Lehrerin Frau Palme sammelt alle Kleiderspenden neben ihrem Weckmann-Stand. Dann kann sie danach alles zusammen verschicken. Ich finde, das passt total gut zu Sankt Martin: Sankt Martin hat ja auch geteilt.“
Linus runzelte verwirrt die Stirn. „Sankt Martin? Hallo?“
Laura zwickte ihren Bruder in die Seite. „Du weißt schon, worum es da geht, oder?“