
W. A. Mozart
Die bekannte und beliebte Orgelsolomesse hat ihren Beinamen wegen des Orgelsolos im Benedictus. Sie dürfte etwa 1775/76 entstanden sein. Die Orgelsolomesse ist vom Typ her eine "Missa brevis et solemnis", wie sie der Salzburger Fürsterzbischof Hieronymus Colloredo bevorzugte. Für ihn zählte die Länge: Die Dommusik sollte effizient, klar und zweckdienlich sein – eine Ästhetik, aus der Mozarts besonders „salzburgische“ Verbindung von festlicher Besetzung und kompaktem Zuschnitt hervorging.
Die Messe ist nicht sehr lang: zwischen 15 und 20 Minuten und Mozart war genötigt, auf Wortwiederholungen weitestgehend zu verzichten und sogar auf Polytextur (Überlagerung verschiedener Texte) zurückzugreifen. Das Incarnatus im Credo deutet mit seinem wiegenden ¾-Takt ganz zart eine weihnachtliche Hirtenszene an. Das Benedictus bereichert Mozart mit der obligaten Orgel, die mit den Streichern alterniert und die Singstimmen mit Figurationen umspielt.



