Andreas

Namenstage: Andreas

Funktion: Heiliger, Apostel (einer der zwölf Jünger Jesu), Bruder des Heiligen Petrus, Märtyrer, Kanonheiliger

Gedenktag: 30. November

Patronat: Russland, Schottland, Spanien, Griechenland, Sizilien, Niederösterreich, Burgund, Achaia auf dem Peloponnes, Neapel, Ravenna, Brescia, Amalfi, Mantua, Bordeaux, Brügge, Patras, Manila; der Fischer und Fischhändler, Metzger, Seiler, Bergleute, Wasserträger; gegen Unfruchtbarkeit, Gicht, Halsschmerzen, Krämpfe, Rotlauf (»Andreaskrankheit«); für gutes Wetter und eine gute Heirat
besonders verehrt in Russland und Schottland

Geboren in Bethsaida in Galiläa (in der Nähe der Mündung des Jordan in den See Genezareth; heute Südwestsyrien, aber von Israel besetztes Gebiet) als Sohn eines Fischers namens Jonas (Johannesevangelium 1, 14), lebte Andreas später mit seinem Bruder Simon (Heiliger Petrus) in Kapernaum am See Genezareth, wo sie ein Haus besaßen (Markusevangelium 1, 29) und ihren Lebensunterhalt als Fischer verdienten. Andreas schloss sich Johannes dem Täufer (Heiliger) an, der in der Wüste das Wort Gottes predigte und im Jordan taufte und ihn an Jesus von Nazareth als den Messias verwies. Jesus berief Andreas zu seinem ersten Jünger, der ihm auch seinen Bruder Simon sowie seine Freunde Jakobus (der Ältere) und Johannes (der Evangelist) zuführte (Johannesevangelium 1, 35–44).
Nach Jesu Tod missionierte Andreas der Überlieferung nach viele Jahre vor allem in den Gebieten entlang der südlichen und westlichen Schwarzmeerküste (heutige Staaten Türkei, Griechenland, Bulgarien, Rumänien, Ukraine) sowie in Epirus (Nordwestgriechenland) und Achaia auf dem Peloponnes, bevor er (wahrscheinlich) im Jahre 60 in Patras (im Nordwesten des Peloponnes), der Hauptstadt von Achaia, den Märtyrertod erlitt. Zuvor hatte er dort der Legende nach Maximila, die Frau des römischen Statthalters Aegeas, geheilt und zum Christentum bekehrt. Da er ihr jedoch eheliche Enthaltsamkeit empfahl, solange ihr Gatte nicht ebenfalls getauft sei, ließ ihn dieser auspeitschen und an ein X-förmiges Kreuz  binden, an dem er erst nach zweitägigen Qualen starb. 356 überführte man seine Gebeine in die Apostelkirche von Byzanz (Konstantinopel, heute Istanbul), von wo aus sie 1208 nach Amalfi (südlich von Neapel) in die Krypta des Domes Sant’Andrea übertragen wurden. Reliquien des Heiligen werden heute in zahlreichen europäischen Städten verehrt. Das Kopfreliquar, das 1462 wegen der Bedrohung durch die Türken von Papst Pius II. nach Rom gebracht und 1964 von Papst Paul VI. wieder nach Patras zurückgegeben wurde, wird allerdings in seiner Echtheit angezweifelt.
Andreas, dem zahlreiche Wunderheilungen nachgesagt werden, ist Kanonheiliger der katholischen Kirche, d. h. sein Name wird – wie auch die der anderen elf Apostel – im Messkanon, dem Hochgebet, genannt.
Noch im 19. Jahrhundert begann in der »Andreasnacht« zum 30. November, die als Zauber- und Orakelnacht galt, die Zeit der »Klöpfelnächte« (»Glöckelnächte«), in denen Kinder und Burschen maskiert von Haus zu Haus zogen, gegen Fenster und Türen klopften, Bohnen oder Erbsen warfen, lustige Verse sangen und dafür kleine Geschenke erhielten. Heiratswillige Mädchen versuchten in dieser Nacht den Zukünftigen zu erkennen. Der »Andreastag« als Beginn eines neuen Kirchenjahres (heute 1. Adventssonntag zwischen 27. 11. und 3. 12.) war Zahl- und Liefertermin sowie für Bauern ein wichtiger so genannter Lostag für das Wetter. Ein X-förmiges Kreuz nennt man »Andreaskreuz«. Es steht weltweit vor Bahnübergängen.

Darstellung: als alter Mann – barfuß und mit Bart

Attribute: Buch oder Schriftrolle, Fisch, Fischernetz; Strick; X-förmiges Kreuz (Andreaskreuz; zugleich als Abkürzung des Namens Christi = griechisch: X)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010